hierbas-ibicencas-0138Ibiza ohne Hierbas?

Undenkbar! Denn der gold–braune Kräuterlikör muss einfach nach dem Essen sein. Am besten schmeckt er natürlich selbst gemacht. Das ist eigentlich ganz einfach: Hier das seit Generationen überlieferte Rezept einer Ibizenkerin

Der Hierbas gehört zu Ibiza und Formentera wie das Meer, der Himmel und die Pinien. Man trinkt ihn, wenn man krank ist – und wenn man gesund ist erst recht. Manche trinken ihn schon zum Frühstück, aber nach Mittag- und Abendessen ist der Hierbas ein absolutes Muss!

Bei dem Rezept für dieses köstliche „Verdauungsgetränk” gibt es nur kleine Unterschiede: Mal ist es süßer, mal variieren die Farben des Hierbas von grünlich bis goldbraun. Die Kräuter ergeben die Farbe, und beim Geschmack kommt es darauf an, ob man mehr süßen oder trockenen Anislikör verwendet.

Das Rezept stammt von einer Ibizenkerin, die es wiederum von ihrer Mutter und die wieder von deren Mutter überliefert bekommen hat. Denn das Rezept für den leckeren Kräuterlikör wird von Generation zu Generation weitergegeben – und oft gehütet wie ein Schatz …

Und wie nutzte man den Hierbas? Es wurde früher öfter als heutzutage geschlachtet, da man ja für das ganze Jahr Fleisch und Würste benötigte. Um die „fetteren” Lebensmittel leichter verdauen zu können, brauchte man einen Kräuterlikör. So wurde in fast allen Landhaushalten der Hierbas selbst hergestellt. Die Kräuter wuchsen in jedem Bauerngarten oder auf dem Feld, und die Basis, der Anislikör, konnte in den Bodegas offen, also literweise gekauft werden.

Für die Zubereitung einer Flasche Hierbas wird folgendes benötigt:

1/2 Liter süßer Anislikör
1/2 Liter trockenen Anislikör (wer es lieber nicht so herb mag, nimmt einfach ein wenig mehr von dem süßen)
je einen oder zwei kleine Zweige Rosmarin, Thymian, Minze, Kamille, Zitronenkraut, Melisse, das Grüne vom wild wachsenden Fenchel und die stacheligen Zweige des Wacholders. Dazu je ein Blatt vom Orangen- und Zitronenbaum und von beiden Zitrusfrüchten die Hälfte der dünn abgeschälten Haut.

Das Ganze wird in eine Flasche abgefüllt und muss ein Jahr „reifen”.
Nicht vorher naschen. Denn vorher schmeckt der Hierbas nicht.

Die beste Zeit für die Zubereitung des Likörs ist jetzt zwischen April und Mai. Denn da haben alle benötigten Pflanzen frische Triebe – und das macht den Hierbas besonders gut.